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Teile der Fürstlichen Sammlungen aus allen Standorten in Wien zusammengeführt und noch in den letzten Kriegstagen nach Vaduz verlagert. Ihre Rückkehr in das so glanzvoll renovierte Gartenpalais ist ein historisches Ereignis und eine große Bereicherung für Wien. Die Geschichte dieser herausragenden Kunstsammlung beginnt im 17. Jahrhundert. Wie bei vielen anderen Sammlungen aus dieser Zeit liegen ihre Wurzeln im barocken Ideal fürstlichen Mäzenatentums. Das Fürstenhaus Liechtenstein hat dieses Ideal über Generationen konsequent weitergelebt und seine Bestände bis in die Gegenwart planvoll erweitert und ergänzt. Den Grundstein für die Fürstlichen Sammlungen legte Fürst Karl I. von Liechtenstein (1569–1627), Obersthofmeister des kunstsinnigen Kaisers Rudolf II. in Prag. Sein Sohn Karl Eusebius von Liechtenstein (1611–1684) wurde ebenfalls zum leidenschaftlichen Sammler und erweiterte die Bestände durch wichtige Ankäufe. Unter seiner Regentschaft beginnt auch die "Bauwut" des Fürstenhauses, durch die zahllose Schlösser und Paläste in Mähren, Niederösterreich und Wien entstehen. Fürst Johann Adam Andreas I. von Liechtenstein (1657–1712) erwirbt bedeutende Kunstwerke von Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck und anderen Hauptmeistern des flämischen Barock. Mit Fürst Joseph Wenzel von Liechtenstein (1696–1772), der als Botschafter in Paris tätig war, gewinnt die französische Malerei in der Sammlung an Bedeutung. Einen wichtigen Sammlungsschwerpunkt setzt Fürst Johann I. von Liechtenstein (1760–1836) mit dem Erwerb von holländischen, aber auch bedeutenden italienischen Meistern. Er war es auch, der im Jahr 1807 die Übersiedlung der fürstlichen Kunstsammlung aus dem Stadtpalais in der Bankgasse in das Gartenpalais veranlasste. Wie schon seine Vorgänger sammelt auch Fürst Alois II. von Liechtenstein (1796–1858) zeitgenössische Malerei und legt so den Grundstock zur einzigartigen Sammlung des Wiener Biedermeier. Das Interesse von Fürst Johann II. von Liechtenstein (1840–1929) konzentriert sich vor allem auf Künstler des 14., 15., und 16. Jahrhunderts. Er erwirbt – beraten durch Wilhelm von Bode, der 1896 auch die erste illustrierte Monographie der Fürstlichen Sammlungen verfasst – Meisterwerke der frühen italienischen und niederländischen Malerei. Heute beinhalten die Fürstlichen Sammlungen etwa 1500 Bilder mit Meisterwerken von der Frührenaissance bis zur österreichischen Romantik. Von ebenso bedeutendem kunsthistorischem Rang ist die Sammlung italienischer Bronzen, deren Schwerpunkt auf Meisterwerken des 16. und 17. Jahrhunderts liegt. Wichtige Bestände an Pietra-Dura-Arbeiten, Emaillen, Elfenbeinen, Prunkwaffen, Porzellan, Tapisserien und Möbeln, die einst die Ausstattung der Schlösser und Paläste der Familie bildeten, ergänzen die Sammlung. Die aktive Ankaufspolitik des Regierenden Fürst, Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein (geboren 1945), sorgt für die Erweiterung dieser einzigartigen Kunstsammlung. |